Botschafter des Frisbeesports zu Besuch in Köln

Jam-Gruppe-OlivandenhofChipper Bro Bell, einst Teil des „Bud Light Frisbee Teams“, repräsentiert heute Patagonia

 

Köln – In der Einkaufspassage Olivandenhof am Kölner Neumarkt herrscht reges Treiben am Samstagnachmittag. Kaum ein Besucher des großen „Globetrotter“-Ladens kommt wegen der angekündigten Freestyle Frisbee-Veranstaltung. Aber als US-Altstar Chipper Bro (auf dem Foto rechts) zusammen mit einigen deutschen Top-Freestylern loslegt, bleiben alle stehen, um Zeuge der artistischen Darbietung zu werden.

 Der knapp 50-Jährige Athlet ist 13-facher Freestyle Frisbee-Weltmeister, seine Titel holte er zwischen den Jahren 1982 und zuletzt 2003 in der Masters-Division. Der sympathische vierfache Familienvater betreibt am Strand von Ventura in Kalifornien eine Surfschule (s. www.surfclass.com), durch die seinen Angaben zufolge schon rund 15.000 Kinder und Jugendliche gegangen sind.

Daneben ist er Marken-Botschafter des Outdoor-Bekleidungs-Unternehmen Patagonia, das in Köln eine ganzjährige Kooperation mit Globetrotter geschlossen hat. Das Fortune Magazine hat Patagonia 2007 als „Coolest Company on the Planet“ bezeichnet und Chipper Bro ist stolz darauf, für das Unternehmen mit dem hohen Umweltschutz-Anspruch zu arbeiten. Er selbst gibt ein Prozent seines Einkommens als „Erdensteuer“ an Umweltschutzorganisationen und ruft auch andere dazu auf (www.onepercentfortheplanet.org).

Die Freestyle-Vorführungen am Samstag machten den Auftakt zu einer Kalifornischen Woche, während der Chipper Bro noch bis Freitag täglich drei Vorführungen geben wird. Beim Sport geht es ihm um weit mehr als zu gewinnen, nämlich darum sich gegenseitig zu inspirieren, sein eigenes Potenzial zu entfalten. Unnachahmlich, wie er auf Menschen, gleich ob klein oder groß, zugeht. In diesem Sinne hat er auch das „Aloha Beach Festival“ in seiner Heimatstadt gegründet.

War es 1990 noch ein reines Freestyle Frisbee-Event, entwickelte es sich über das „World Beach Invitational“ 1995 zu dem zweitägigen Open Air-Festival in seiner heutigen Form. 25.000 Menschen verfolgen bei freiem Auftritt Sportwettbewerbe, neben Frisbee auch mit Surfen, Kanu, einem Schaufelrad-Rennen und Live-Music. „It’s a jam, it’s not a competition“ beschreibt der das allgemein übliche Verständnis unter Freestylern.

Seine große Zeit als Athlet erlebte er zwischen 1983 und 1989, als er zusammen mit „Crazy“ John Brooks, Joey Hudolkin und John Kirkland als „Bud Light Frisbee Team“ tourten. Sie machten Opening Acts für Rockkonzerte, unter anderem für Cheap Trick, die Beach Boys, Stevie Ray Vaughn und Santana: „Ich habe Stevies Gitarre gespielt und er hat meine Frisbee getippt!“.

Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der ersten US-Rock’n’Roll-Tour durch China 1988. „„Crazy“ John Brooks schnappte sich damals einen Chinesen, um mit ihm zu tanzen. Der wurde daraufhin festgenommen.“ Chipper Bro ist davon überzeugt: „Wir haben damals, ohne es zu wissen, den Volksaufstand mit ausgelöst, der im Juni 1989 mit dem Tian’anmen-Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens gewaltsam niedergeschlagen wurde.“

Chipper Bro hätte noch viele weitere Geschichten vor allem über „Crazy“ John und Joey Hudolkin zu berichten, „die ihnen vermutlich nicht gefallen würden. Aber sie müssten einmal erzählt werden.“ Leider ist hier kein Platz dafür. Wer ihn aber erleben möchte, kann das von Montag 14. März bis Freitag 18. März jeweils um 17:00 Uhr, 18:00 Uhr und 19:00 Uhr im Olivandenhof Köln.